Geschichtsverein Setterich e.V.
Geschichtsverein Setterich e.V.

Die erste Erwähnung Setterichs

Mit Sicherheit wissen wir, dass Setterich bereits in der Zeit des Hochmittelalters (Anfang/Mitte des 11. Jahrhunderts bis 1250), der Zeit der Salier und Staufer  existierte, da uns eine erste schriftliche Überlieferung aus dem Jahre 1119 bekannt ist. Eine Urkunde der Klosterrather Abtei (Kloster Rolduc,Kerkrade/Niederlande) besagt, dass der Adelige Udo des Mulsforth den vierten Teil der Kirche (Setterich) und „den Zehnten“ der Abtei schenkte.

Das Hochmittelalter war die Blütezeit des Rittertums, des Lehnswesens und des Minnegesangs. Die Bevölkerung begann zu wachsen - begünstigt unter anderem durch landwirtschaftliche Fortschritte und die mittelalterliche Warmzeit.
Auch Setterich war  in dieser Zeit ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf, denn die Landwirtschaft bildete in einer Gesellschaft wie der des mittelalterlichen Europas den Hauptfaktor der Wirtschaftsproduktion aller Länder und die Hauptertragsquelle der Bevölkerung.

 

Die Kirche im Mittelalter

 

Das Christentum als eine der großen Weltreligionen prägte Europa im Mittel-

alter in allen Lebensbereichen; es förderte durch seine Kultur- und Kirchenor-

ganisation die Einheit des Kontinents, aber gleichzeitig auch die Abgrenzung gegenüber dem Islam.

Da die Christianisierung meist "von oben", d.h. duch die Taufe der Herrscher geschah, denen die Bevölkerung der zeitgenössichen Auffassung entsprechend zu folgen hatte, blieb die Bekehrung zunächst oberflächlich. Erst seit dem Hochmittelalter wurden mit dem Bevölkerungswachstum mehr Pfarrstellen eingerichtet und die kirchliche Versorgung (Seelsorge, Sakramen-

te) konnte intensiviert werden. So prägte das Christentum zunehmend das Denken, Fühlen und Handeln der Menschen.

Geistliche und weltliche Bereiche durchdrangen sich im Mittelalter, ohne daß eine klare Abgrenzung möglich gewesen wäre. So war das Leben der Menschen von der Geburt (Taufe) bis zum Tod (Sterbesakrament), im Alltag (durch Fastenvorschriften und Kalender) und an Festtagen (Prozessionen, Gottesdienste), im Glauben (Himmel und Hölle) und im Weltverständnis (Gottes Walten in der Natur) durch die geistliche Sphäre geprägt. Anderer-

seits war der Laieneinfluß in der Kirche erheblich: Die meisten Kirchen- und Klostergründungen gingen darauf zurück, daß Adlige einen Teil ihres Besitzes spendeten (stifteten), so daß Bauten errichtet, unterhalten und Kleriker ver-

sorgt werden konnten. So mag es auch bei der eingangs erwähnten Schenkung des Adeligen Udo des Mulsforth an die Kirche in Setterich gewesen sein.

 

Geschichte des Mittelalters in unserer Region

 

Dass auch in unserer Gegend Geschichte geschrieben wurde, die durchaus von historischer Bedeutung ist und der Nachwelt in Erinnerung bleiben muss, zeigt der folgende Auszug aus dem „Stadtgeschichtlichen Lehrpfad der Stadt Baesweiler“. Er belegt zum einen kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Jülich und dem Herzog von Brabant, zum anderen die Hungersnöte und Epidemien zwischen 1315 und 1350.

Schlacht bei Baesweiler

Baesweiler [ebenso wie Setterich] gehörte früher zum Land der Grafen von
Jülich. Im Jahre 1356 wurde daraus das Herzogtum Jülich. Es lag in
unmittelbarer Nähe des Herzogtums Brabant.

Nun waren oft brabantische Kaufmannszüge, als sie Jülicher Gebiet
durchzogen, überfallen und ausgeplündert worden. Trotz des geschlossenen
Landfriedensbundes unternahm der Herzog von Jülich jedoch nichts gegen
diese Überfälle.

So kam es am 22. August 1371 zu einer Reiterschlacht, in der die Jülicher -
unterstützt von den Reitern des Herzogs von Geldern - die Lanzenreiter des
Herzogs von Brabant schlagen konnten. Der Herzog von Brabant wurde auf
die Burg Nideggen gebracht und gefangen gehalten, bis der damalige Kaiser
sich einschaltete.

Der Straßen- und Flurname „Am Streitberg“ erinnert an dieses traurige und
blutige Ereignis auf den Feldern von Baesweiler.

Die landläufige Bezeichnung „dunkles Mittelalter“ findet seine Berechtigung
auch in der Tatsache, dass die Menschen unter dem weit verbreiteten
Raubrittertum ebenso zu leiden hatten wie unter Hungersnöten und Epidemien.

„Es steht daher ganz außer Zweifel, dass die europäische Bevölkerung
zwischen 1315 und 1350 infolge der Häufung von Hungersnöten und
Epidemien stark zurückgegangen ist; die schwarze Pest hat nur die schon
vorhandenen Lücken noch außerordentlich vergrößert. Der allgemeine
europäische Bevölkerungsstand zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde
erst im fortgeschrittenen 16. Jahrhundert wieder erreicht.“

Obwohl keine Aufzeichnungen darüber für Setterich bestehen, muss man davon ausgehen, dass auch die Bewohner Setterichs und Umgebung hiervon betroffen waren.

Allerdings beweisen schriftliche Aufzeichnungen aus dem Kirchenbuch der Pfarre St. Andreas, dass die größte Plage der Menschheit auch in der Neuzeit noch nicht besiegt war, und dass vom 28. Juni - 13. September 1636 der Pest 41 Menschen erlagen.

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